Zeitungsartikel, Interviews, Reportagen. Hier können Sie veröffentlichte Artikel über das Little English House® nachlesen.

"Am Wichtigsten ist die Freude an der Arbeit mit Kindern"

Heute sind die Kichererbsen im "Little English House" zu Gast und interviewen die Leiterin Susanne Ullrich.


Seit wann sind Sie als Leiterin für das Little English House in Wiesbaden tätig?
Seit Sommer 2006 leite ich das Little English House in Wiesbaden.

Wie sind Sie Leiterin für das Little English House Wiesbaden geworden?
Ich habe mich bei der Gründerin des Little English House Sprachkonzeptes, Frau Michaela Walter, beworben.

Warum haben Sie diesen Beruf gewählt?
Weil ich es eine tolle Idee fand, Kinder ab dem frühen Kindergartenalter an die englische Sprache herazuführen und ihn auch die Kultur englischsprachiger Länder näher zu bringen.

Wie ist Ihr Leben als Little English House Teacher?
Der Unterricht mit den Kindern macht mir viel Spaß, wenn auch es manchmal sehr anstrengend ist. Oft sitze ich auch in meinem Büro und erledige die täglich anfallenden Büroarbeiten. Manchmal suche ich auch ein schönes neues Lied für meine Kinder aus oder ein besonderes Bild zum Ausmalen, das macht mir Spaß, da ich weiß, dass meine Kinder sich darauf freuen.

Müssen Sie täglich arbeiten?
Ich arbeite immer dann, wenn ich Kurse habe, d.h. ich fahre meistens in die Kindergärten oder zu den Kursterminen hier in Wiesbaden und in Richtung Frankfurt. Zusätzlich sitze ich in meinem Büro und bereite mich auf die Stunden vor.

Was ist Ihr aufregendstes Erlebnis gewesen?
Einmal war ich im Kindergarten mit den Kindern eingeschlossen worden. Da musste ich im Dunkeln über die Mauer klettern, um die Kinder wieder zu befreien.

Haben Sie manchmal Lampenfieber?
Wenn ich den Kindern vom Little English House etwas Neues präsentieren möchte, z.B. ein neues Buch oder auch ein ganz neues Thema, bin ich nicht immer sicher, ob es auch wirklich gefällt bzw, ob es die Kinder interessiert, dann habe ich schon ein wenig Lampenfieber vorher.

Was brauchen Sie zum Arbeiten?
Am wichtigsten ist die Freude an der Arbeit mit Kindern. Natürlich muss man auch gut Englisch sprechen können und die Fähigkeit besitzen, die Kinder jede Woche wieder erneut für den Little English House Sprachunterricht zu begeistern.

Haben Sie schon mal woanders gearbeitet?
Ja, ich habe schon einmal in Paris gelebt und bei Euro Disney gearbeitet.

Was ist Ihr Lieblingstier und warum?
Mein Lieblingstier ist das Nilpferd, weil es so knuffig und gemütlich aussieht, tatsächlich jedoch sehr viel Kraft und Muskeln hat und sich nichts gefallen lässt.

Was ist Ihre Lieblingsfarbe/-essen/-buch/-tanz/-film/-sänger?
Meine Lieblingsfarbe ist blau, am liebsten esse ich Salat aus Papas Garten. Eines meiner Lieblingsbücher ist der Grüffelo, mein Lieblingstanz ist der Hustle, einer meiner Lieblingsfilme ist Notting Hill, mein Lieblingssänger ist Mick Hucknall von Simply Red.

Haben Sie ein Hobby?
Ja, ich bastel sehr gerne, am liebste zusammen mit meiner Tochter.

Vielen Dank für das Interview!



Aus: Flummi Magazin, Heft 56 Februar/März 2014, Die Kichererbsen interviewen eine Englischlehrerin.

Piraten verstehen kein Deutsch




Auf einmal heißt der Tisch nicht mehr Tisch sondern "table", anstatt "Guten Morgen" sagt man "good morning", und will man um etwas bitten, muss man "please" sagen. Im Little English House lernen Kinder bereits im Vorschulalter Englisch wie die eigene Muttersprache.
Hier muss keiner die Schulbank drücken, ein Buch in die Hand nehmen oder Vokabeln pauken. Im Sommerkurs des Little English House geben sich die beiden Erzieherinnen Natalie Nowack aus England und Janice Bautista aus Kanada alle Mühe, ihren drei- bis zehnjährigen Schülern die englische Sprache wie eine Muttersprache näher zu bringen und zwar mit möglichst viel Spiel, Spaß und Gesang. Statt der deutschen Sprache kommen Körpersprache, Gestik und Mimik voll zum Einsatz, so dass die Kinder das Lernen über alle Sinne vollziehen können. Da wird beispielsweise die Geschichte von Peter Pan nachgespielt und die Kinder schlüpfen selbst in die Rollen des bösen Captain Hook und der von ihm entführten Indianerin Tiger Lily, die lauthals "Help, help!" nach ihrem Retter Peter Pan ruft.
Anschließend wird dann gesungen:
"I'm a little Indian" - Ich bin ein kleiner Indianer - und die Hände werden in die Höhe gereckt, eine Feder am Kopf mit den Fingern nachgeahmt oder die Gesichter passend verzogen.
Vor acht Jahren wurde die private Sach- und Kunstschule von Angela Booker und Juliane Seng gegründet. Nach dem Tod Angela Bookers etablierte ihre Schwester Michaela Walter das Little English House in Deutschland. Mittlerweile gibt es rund 17 dieser Schulen, darunter auch in Singen, Radolfzell, Konstanz, Friedrichshafen und auf der Reichenau. "Wo man hinkommt sind die Eltern begeistert", erzählt Michaela Walter.
Der fünfjährige Jakob Zürn beispielsweise geht seit zwei Jahren einmal die Woche in das Little English House und will seither manchmal daheim, dass seine Mama, Englischlehrerin Tina Zürn, ein bisschen Englisch mit ihm redet. Diese will, dass ihr Sohn früh eine andere Sprache vermittelt bekommt. Auch die Eltern des sechsjährigen Maurice, Julia Terpitz und Jürgen Schmöger, haben ähnliche Motive: "Wir haben selbst beruflich viel mit Englisch zu tun und wollen unserem Sohn optimale Startmöglichkeiten bieten", so Terpitz.
"Die Eltern, die ihre Kinder hierher schicken, sind sehr leistungsorientiert", erzählt Michaela Walter. Dann ergänzt sie schmunzelnd: "Sie erwarten, dass die Kinder nach einem halben Jahr die Financial Times übersetzen können." Dabei gehe es schließlich vielmehr um ein spielerisches Lernen der Sprache, das den Kindern Spaß macht und sie mit dem Englischen vertraut. Sogar eine CD gibt es für die Kinder, mit all den Liedern, die sie im Unterricht lernen. Aufgenommen wurde diese von Schauspieler Siemen Rühaak zusammen mit Sechs- bis Elfjährigen. "Diese Lieder haben keine zuckersüße Verpackung, sondern es fetzt", sagt Siemen Rühaak. Natürlich gebe es auch zahlreiche Gegenstimmen, vor allem von Seiten der Kindergärtnerinnen.
Denn die seien der Ansicht, die zweite Sprache überfordere die Kinder. Michaela Walter ist jedoch vom Gegenteil überzeugt: "Der zweite Spracherwerb kann den ersten Spracherwerb unterstützen." 70 Prozent der Weltbevölkerung wüchsen zwei- und mehrsprachig auf. Anfang Oktober wird es daher in Konstanz sogar ein "La petite maison française" geben, geleitet von Französin und Lehrerin Claire Fahl. Mirja Straub
aus dem Südkurier. 27.09.2008.

Der Bezug zwischen Theorie und Praxis - zwei Interviews

2.3.4 Die Sprachschule Little English House


Interview von Elisabeth Wappelshammer mit Michaela Walter; sie ist Leiterin der Sprachschule "Little English House® Company" in Gottmadingen/Konstanz. Die Sprachschule verfügt über eine 10 jährige Erfahrung in der Vermittlung von Englisch für Kinder von drei bis zehn Jahren.

Elisabeth Wappelshammer: Was sind die theoretischen Grundlagen Ihrer Arbeit im Little English House?

Michaela Walter: Die Art und Weise, wie Kinder im Vorschulalter eine Fremdsprache lernen, ist abhängig von ihrem individuellen Entwicklungsstand, der im Vorschulalter stark variieren kann. Wir halten uns da an Montessoris Konzept vom biologischen und chronologischen Alter. Besonders wichtig in unserer Arbeit ist das Motto: Einem Kind eine Aufgabe zu stellen, zu der es noch nicht fähig ist, sie auszuführen, ist sinnlos.
Wenn Kinder heranwachsen, entwickeln sich ihre Fähigkeiten sowohl im intellektuellen wie auch im motorischen und sozialen Bereich - auch Ihr "Weltwissen" nimmt zu und es wird leichter, neues Wissen an "bekanntes", vorhandenes Wissen zu knüpfen; auch die Fremdsprachentwicklung und Speicherfähigkeit nimmt zu. Das Niveau der Sprachvermittlung sollte dieser Entwicklung entsprechen und gerecht werden.
Unser Angebot beruht auf den Ergebnissen hirnphysiologischer Forschungen, die ergeben, dass ein Lernen, das mit Spaß, Freude und positiv besetzten Situationen verknüpft ist, weitaus schneller neuronal verknüpft wird und seinen Weg ins Langzeitgedächtnis findet als ein langweiliger, einseitig vorgetragener Unterricht oder Situationen, die über Druck und Angst den Lernfortschritt erreichen wollen.

Elisabeth Wappelshammer: In der theoretischen Diskussion spielt der Ansatz der "Immersion", des "Sprachbades" eine zentrale Rolle, weil er am ehesten den natürlichen Lernprozessen entspricht und die soziale Interaktion und nicht die Logik der Sprache im Vordergrund stellt. Die Umsetzung ist aber meist zu teuer. Wie sehen Sie dieses Dilemma zwischen Anspruch und Wirklichkeit?

Michaela Walter: Die "Immersion" ist natürlich die idealste Situation, aber in der Realität meist nicht machbar. Auch wir im Little English House® können keine ganztägigen "Sprachbäder" anbieten, wir bieten den Englischunterricht einmal in der Woche an. Das ist zwar viel zu wenig, um eine gezielte, nachhaltige Sprachkompetenz aufzubauen, aber es führt die Kinder an die Fremdsprache im Allgemeinen und an die englische Sprache und Kultur im Besonderen heran. Wir machen die Kinder mit einer neuen Sprache vertraut und vermitteln ihnen durch positive Rückmeldung Lernerfolg und Lernfreude. Im weiteren Lernleben können sie das dann im Sinne lebenslangen Lernens fortsetzen, das Lernen hört ja nicht auf, wenn sie unsere Einrichtung verlassen.
Es ist auch bei uns sehr wichtig, mit den Kindern möglichst nur Englisch zu sprechen. Mimik und Gestik, ausdruckstarke Gebärden und Bildkarten übernehmen die "Übersetzung". Komplizierte Vorgänge müssen unserer Erfahrung nach aber in der Muttersprache erklärt werden, oder die Kinder können sie in ihrer Muttersprache wiederholen, wenn sie sie auf Englisch verstanden haben.
Wir legen jedenfalls Wert darauf, dass Kinder Fragen in ihrer Muttersprache stellen oder außergewöhnliche Erlebnisse auch im Englischunterricht in der Muttersprache erzählen dürfen - auch wenn es nicht mit dem Thema unmittelbar zu tun hat. Das schafft Vertrauen und hilft, eine persönliche Beziehung zwischen dem "Teacher" und den Kindern aufzubauen.

Elisabeth Wappelshammer: Was ist der besondere Reiz der Vermittlung einer Fremdsprache an Vorschulkinder?

Michaela Walter: "Frühlerner" sind wissbegierige und lernbereite Schüler, vom Entwicklungsstand für Sprache sensibilisiert, und wenn die angebotene Sprache in ihrem Alltag einsetzbar und mit interessanten Situationen verknüpft ist, sind sie in beeindruckender Weise bereit, sie anzunehmen und anzuwenden.
In diesem Alter sind Kinder noch dazu große Mimen, handeln vorwiegend unbewusst, sind in bemerkenswerter Weise bereit, sich auf Neues einzulassen und sich an Aktivitäten und Spielen, egal in welcher Sprache, zu beteiligen, zu erfreuen und tätig mitzugestalten.

Elisabeth Wappelshammer: Welche Unterschiede nehmen Sie zwischen den verschiedenen Altersgruppen wahr?

Michaela Walter: Die Aufmerksamkeit der sehr jungen Schüler ist stark begrenzt und das erfordert eine abwechslungsreiche Unterrichtsgestaltung und - vorbereitung, um die Aufmerksamkeit immer wieder neu anzufachen und zu erhalten. Länger als 6-8 Minuten sollte daher eine Sequenz (Vorlesen, Malen, Singen, Brettspiel etc.) nicht dauern - Bewegungsspiele können eine Ausnahme darstellen.

Elisabeth Wappelshammer: Ist Ihnen das Argument, dass Fremdsprachen verhindern, dass die eigene Muttersprache gründlich gelernt wird, vertraut?

Michaela Walter: Ja, das ist leider ein relativ verbreitetes Vorurteil. Natürlich braucht die Fremdsprache eine gute Unterstützung im Erwerb der Muttersprache. Aber unsere Arbeit beweist auch immer wieder, dass das Lernangebot nicht nur den Erwerb der Fremdsprache unterstützt, sondern allen Entwicklungsbereichen, auch der Muttersprache, zugute kommt.

Elisabeth Wappelshammer: Welche praktischen Ratschläge möchten Sie gerne an Teams von Kindertagesstätten weitergeben, die sich für die Vermittlung einer Fremdsprache entschließen? Was sollte z.B. beim Ablauf von Bildungsangeboten berücksichtigt werden?

Michaela Walter: Also das Wichtigste ist, dass Freude am Lernen eine ausreichende Motivation für nachfolgende Lerneinheiten ist. Kinder, die sich auf die Fremdsprachenstunde freuen, sind ein Indiz dafür, dass der Teacher alles oder zumindest das Meiste richtig gemacht hat.

Die Spiele sollten einfach gehalten sein, klar verständlich, um sie nachahmen und nachspielen zu können mit einer altersentsprechenden Ausgestaltung. Sie sollten sich auf das "Hören und Hörverstehen" beschränken, später können einfache Zwei- bis Dreiwortsätze zugefügt werden.
Beste Beispiele für Aktivitäten sind die "Nursery Rhymes" als Lieder und Liedspiele und Actionsongs wie auf der Little English House® CD sowie Total-Physical-Response-Spiele, z.B. "The frog family" aus Sarah Phillipps "Young Learners".
Dazu kommen Mal- und Bastelsequenzen, Wiederholungsgeschichten, die interaktiv als kurze Rollenspiele eingebunden werden können, z.B. Brown Bear, brown bear what do you see.
Geschichten, Märchen, Reime, Lieder sind der Grundstein der Sprachentwicklung jeder Kultur und sind universell einsetzbar, da sie die Kinder faszinieren und miterleben lassen.
Fingerspiele, Kreisspiele fördern die feinmotorische Entwicklung der Hände und Finger, die unmittelbar mit der Sprachentwicklung verknüpft sind, da das Motorikzentrum unmittelbar neben dem Sprachzentrum liegt.
Schließlich ist auch der Ganzkörpereinsatz wichtig, das "Toben" durch den Raum, wenn man in Betracht zieht, dass der Raum laut "Reggio-Pädagogik" als 3. Erzieher fungiert. Daher ist er auch ein wichtiges Mittel, die kognitive Spracherfahrung kinästhetisch umzusetzen - im Wechselspiel zwischen Grob- und Feinmotorik, mit Hilfe von Kreis- und Liedspielen, in "5 minute-games".

Elisabeth Wappelshammer: Welche Rolle spielt Ihrer Einschätzung nach die persönliche Beziehung zwischen "Teacher" und Kindern?

Michaela Walter: Also diese persönliche Beziehung ist natürlich einer der wichtigsten Faktoren, der auch bei uns über den Lernerfolg der Kinder mitentscheidet. Wichtig ist, dass der "Teacher" keinen Druck auf die repetativen Fähigkeiten der Kinder ausübt - ein Kind fängt an, in der fremden Sprache zu sprechen, wenn es dazu bereit ist. Vorher kann ein Einfordern die Lernfreude trüben und die Lernbereitschaft senken oder sogar Angst machen und das ist ja das größte Gift beim Lernen.
Der "Teacher" nimmt beim Vermitteln einer Fremdsprache eine zentrale Funktion ein und kann nicht durch Kassetten oder PC-Programme ersetzt werden. Die Kinder sehen die Mimik, Gestik, die Körpersprache eben und hören die Modulation der Stimme. Sie können nachfragen, können die Person, die Bilder, Spiele etc. berühren. Und es besteht die Möglichkeit der Interaktion - dies entspricht dem Prinzip des Mutterspracherwerbs, dem natürlichen - und "hirngerechten" Sprachlernen. "Vorsicht Bildschirm" und "Lernen im Kindergarten". Dazu empfehle ich vor allem die Literatur von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Uni Ulm, 3 ZNL Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen.

Elisabeth Wappelshammer: Was ist das Besondere an Little English House?

Michaela Walter: Unsere Kurse werden vorzugsweise von Muttersprachlern mit einem sehr guten Englisch oder Amerikanisch gehalten bzw. von Menschen, die ihre hervorragenden Englischkenntnisse durch einen mehrjährigen Aufenthalt im anglistischen Sprachraum erlernt haben. Das sichert die Vermittlung der Sprachauthentizität und führt die Kinder auch in die anglistische bzw. amerikanische Kultur ein.
Lieder und Reime, Feiertage und Besonderheiten vermitteln ein Gefühl für Unterschiede und Gemeinsamkeiten, einen Einblick in das tägliche Leben, in den Jahresablauf, ja auch in Humor, Sitten und Gebräuche. Unser vorrangiges Ziel ist die Sprachförderung in dem Sinne, dass die typische Sprachmelodie, Phonemik, Grammatik authentisch, ganz natürlich und ohne Zwang aufgenommen werden können, ähnlich dem Muttersprachenerwerb.

Elisabeth Wappelshammer: Was tun Sie und Ihre MitarbeiterInnen, wenn Kinder Ihre Angebote nicht annehmen?

Michaela Walter: Wir haben gelernt, uns in Geduld zu üben. Fremdsprachenlerner haben eine "silent period", ähnlich wie Sprachanfänger. Babies hören z.B. über einen langen Zeitraum nur zu, bis sie anfangen zu sprechen - die Zweitsprachentwicklung verläuft ähnlich der Erstsprachentwicklung, und die wiederum verläuft ähnlich der sprachgeschichtlichen.

Aus: Norbert Kühne, Vera Vloetowa, Michaela Walter, Elisabeth Wappelshammer, Praxisbuch Sozialpädagogik Band 6, Bildungsverlag Eins, Mai 2008.Kapitel 2 Fremdsprachen im Kindergarten

Englisch mit allen Sinnen




Die Kinder greifen sich an den Kopf, an die Schultern, an die Knie und an die Zehen - immer schneller nach dem Takt, den ein Sänger von der Musikkassette vorgibt. Irgendwann kommen die Kleinen nicht mehr mit und die Übung endet im großen Lachen. Spielen, Malen, Basteln und Herumtoben gehören zum Unterricht im "Little English House". Die Sprach- und Kunstschule animiert Kinder zwischen drei und zehn Jahren, mit allen Sinnen Englisch zu lernen. Seit November bietet "Little English House" auch in Konstanz Kurse an.
Lernen mit allen Sinnen steht als Schlagwort über dem Unterricht (60 und 45 Minuten ), der aufgeteilt ist in kurze Sequenzen. Mal lesen die Lehrer vor, mal singen sie mit den Kindern ein Lied oder animieren zum Rollenspiel. Der Kurs soll jeden Lerntyp ansprechen. Unter
anderem bietet der Unterricht immer wieder kreativ-künstlerische Aktionen. Beim Malen lernen die Kinder beispielsweise Aquarelltechniken, trainieren ihre motorischen Fertigkeiten und üben die englischen Worte für Farben und Pinsel. Manchmal filzen die Kinder oder ziehen Kerzen. Damit auch die kleinsten Teilnehmer verstehen, um was es geht, arbeiten die Lehrer auch mit Karten, die etwa Sonne, Katze und Maus zeigen.
Die Unternehmerin Michaela Walter aus dem Hegau hat das "Little English House" nach Konstanz gebracht. Ihre verstorbene Schwester habe ihr das inzwischen weiterentwickelte Konzept hinterlassen, sagt sie im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Michaela Walter will mit den Kursen eine Lücke schließen. Die Zeit, in der Kinder spielend leicht Sprachen lernen, soll
nicht ungenutzt verstreichen. "Die Kinder sind da so aufnahmebereit. Sie wollen angesprochen werden." Dieser Meinung ist auch Elke Völlinger, die ihre beiden Kinder Christine (vier) und Sebastian (fünf) ins "Little English House" schickt.
"Little English House" setzt Lehrer ein, deren Muttersprache Englisch ist oder die zumindest lange im englischen Sprachraum lebten. Der Monatsbeitrag liegt bei 36 Euro (60 Minuten pro Woche) und 24 Euro (45 Minuten pro Woche). In Konstanz unterrichtet "Little English House" inzwischen Kleingruppen mit sechs bis acht Kindern in Einrichtungen wie dem AWO-, Edith-Stein- oder Pauluskindergarten. Vor acht Jahren startete "Little English House" in München. Es folgten Schulen in Stuttgart, Aalen, Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd. "Little English House" plant Schulen in Radolfzell, in Singen-Gottmadingen und Tuttlingen. (rin)
aus dem Südkurier. 03.02.2006.

«Head, Shoulders, Knees and Toes»

Hebelschüler stellten CD beim Sommerfest vor


Gottmadingen lö. Beim Sommerfest der Hebelschule konnten 40 Kinder schon eimal "Starluft" schnuppern. Der Platz rund um den Hebelschulanbau verwandelte sich bei ihrem Auftritt in eine "Open Air-Arena", und mitten drin stand einer, der es schon geschafft hat: Produzent und Schauspieler Siemen Rühaak, bekannt aus Fernsehserien "Samt und Seide", "Dr. Stefan Frank", "Tatort" oder "Klinikum Berlin-Mitte".
Er kam extra aus München angereist, um die gemeinsam mit den Kindern der Hebelschule produzierte CD "Little English House" vorzustellen. Begleitet wurde er von Robert Stöckle (Klavier, Schlagzeug) aus München und Maxi Thomae (Schlagzeug, Percussion) aus Wien. "Sie haben hier eine musikalische Schule und wunderbare Kinder, die von der Lehrerin Barbara Meister meisterhaft vorbereitet wurden". Die Kinder
bewiesen bei ihren Gesangsauftritten ihre Freude und Begeisterung. Professionell sangen sie sich in die Herzen der Zuhörer.
Deren Englischkenntnisse waren gefordert beim Mitsingen des Liedes "Head, Shoulders, Knees and Toes", ein Lied, das in die Kategorie der ABC- und Zahlenlieder gehört. Denn während des Singens mussten die Kinder, und natürlich auch die Erwachsenen, bei immer schnellerem Tempo auf die genannten Körperteile zeigen - ein Riesenspaß.
In nur zwei Tagen wurden die 16 Lieder, die von den Hebelschulkindern begleitet wurden, vor einem Jahr im Studio von Rolf Riedweg, Ramsen, aufgenommen. Insgesamt sind 21 Lieder auf der CD enthalten mit einer Spieldauer von 52 Minuten.
Mit der Verwirklichung dieser CD erfüllte Michaela Walter, Mutter von drei Kindern, das
Vermächtnis ihrer Schwester Angela Booker. Diese hatte die Idee, mit englischen Kinderliedern Kindern ab drei Jahren spielerisch das Erlernen einer neuen Sprache zu ermöglichen. Viral, lebensfroh und fetzig und in unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen wie Rock, Folk, Klassik und Country präsentiert sich nun diese CD mit Liedern für die ganze Familie. Auch Rektor Hannes Barner ist begeistert. Sein Lieblingslied "Rainbow" demonstrierte er mit seinem regenbogenfarbenen Hemd.
Freuen darf sich schon jetzt eine Gruppe junger Sängerinnen und Sänger, die in der zweiten Septemberhälfte nach München reisen werden ,wenn ihre CD "Little English House" vor großer Kulisse präsentiert wird. Die CD ist zum Preis von 15 Euro bei Michaela Walter, Uhlandstraße 12, oder direkt in der Hebelschule erhältlich.
aus dem Gemeindeblatt Gottmadingen. 2005.

«TV-Star singt mit Gottmadinger Kindern»

Mit Schauspieler Siemen Rühaak eine CD aufgenommen/Lieder auf Hebelschul-Sommerfest präsentiert


Gottmadingen (bud).. Schauspieler Siemen Rühaak hat eine CD mit englischen Kinderliedern aufgenommen. Bei diesem Projekt unterstützten den TV-Star und Musiker 40 Mädchen und Jungen aus Gottmadingen. Die CD trägt den Titel "Little English House", beinhaltet 21 Songs und ist auch bald im Handel erhältlich. Die Verbindung zu dem Schauspieler aus München ("Tatort", "Samt und Seide", "Dr. Stefan Frank") kam durch die Gottmadingerin Michaela Walter zustande, die mit Rühaak verwandt ist und deren Kinder die Hebelschule besuchten. Dort stieg am Freitag während des Sommerfestes die CD-Taufe. Denn die Kinder, die Rühaak auf dem Tonträger mit ihrem Gesang unterstützen, besuchten im Juli 2004, als die Lieder aufgenommen wurden, noch die 4. Klasse der Hebelschule. "Das war unglaublich schön", sagt der
Grimmepreisträger über die zweitägigen Aufnahmen in Gottmadingen. Er hatte in der Hebelschule ein Tonstudio eingerichtet. Und die Schüler sangen dem Schauspieler zufolge so klasse mit- auch wenn es manchmal an Disziplin gemangelt habe. Doch damit hätten fast alle Kinder Probleme, so Rühaak, weil sie heutzutage zu häfig vor dem Computer säßen. 16 der insgesamt 21 Songs singt Rühaak zusammen mit den Gottmadinger Kindern. Darunter sind uralte englische Kinderlieder, die er neu arrangiert hat, aber auch von ihm selbst geschriebene Stücke. "Ten Little Indians", "ABC", "Mulberry Bush" heißen einige der Titel. Auf der 52-minütigen CD (Auflage: 1000 Stück) ist Blues, Rock, Swing und sogar Western zu hören.
Die Kinder, die mittlerweile nicht mehr die Hebelschule besuchen,
sondern in der 5. Klasse sind, gaben auf dem Sommerfest zusammen mit Rühaak, der zurzeit in München Theater spielt ("Gier"), ein Gastpiel, sangen ein paar Lieder.
Rühaak über den CD-Hintergrund: Bei dem Projekt "Little English House" steckt die Idee dahinter, Kindern ab drei Jahren spielend Englisch beizubringen.
Groß war die Begeisterung bei den Gottmadinger Kindern, als Rühaak bekannt gab, dass einige von ihnen bei der CD-Präsentation vor Promis in München singen dürfen. Die Show soll dem Schauspieler zufolge voraussichtlich im September steigen. Selbst beim FC Bayern München läft die CD schon - denn ein Exemplar hat Rühaak dem Mannschaftsarzt, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, gegeben.
aus dem Südkurier. 2005.